Früher war mehr Verbrechen

Früher war mehr Verbrechen

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00:00:03: Früher war mehr Verbrechen

00:00:05: der historische

00:00:07: True Crime Podcast.

00:00:11: Sie strömen zum Platz Menschen, dicht getränkt.

00:00:15: viele

00:00:15: Menschen.

00:00:16: Atem steigt sichtbar

00:00:18: in die kühle Luft.

00:00:19: sie wollen ihn

00:00:20: sehen ihm

00:00:21: den berüchtigten Räuber.

00:00:23: Manche sind neugierig unterschauen bei der Vorstellung

00:00:26: von dem was gleich passiert.

00:00:28: andere verehren

00:00:29: ihnen für.

00:00:30: sie ist ein Held sie sind ergriffen und erschüttert dann steht er oben.

00:00:37: Für einen

00:00:37: Moment hält alles

00:00:39: Atem an, es ist schnell vorbei zu schnell.

00:00:44: viele von ihnen werden jetzt nach Hause gehen und erzählen

00:00:48: und erzähln viel erzähl denn mit dem Tod

00:00:52: dieses Mannes endet kein Räuberleben Es beginnt eine Geschichte.

00:00:59: Das klingt sehr spannend und da fallen mir direkt verschiedene Leute ein, auf die das zutreffen könnte.

00:01:04: Also bin ich sehr gespannt was wir heute hören werden!

00:01:07: Und

00:01:08: damit ein herzliches Willkommen bei.

00:01:10: Früher war mehr Verbrechen.

00:01:12: Euren historischen True Crime Podcast.

00:01:14: und hier sind wie Emma Niener...

00:01:16: ...und Katharina In großer Dankbarkeit, dass ihr uns diesen zeitlichen Versatz diese Verschiebung so lieb gottiert und dafür so viel Verständnis habt.

00:01:25: Ja auf jeden Fall!

00:01:27: Also wir tun unser Bestes das wisst ihr ja aber manchmal klappt es eben nicht so ganz... Ja

00:01:32: The Struggle ist real wie man auch gerne sagen würde.

00:01:35: Es ist einfach ein Hobby Podcast.

00:01:37: von daher ist es manchmal wenn die Gesundheit nicht mitspielt nicht zu einfach zu realisieren.

00:01:43: nebenher.

00:01:44: Umso glücklicher sind wir heute wieder bei euch zu sein Und ich bin gespannt, was hast du denn so für Vermutungen?

00:01:50: Um welchen Fall es heute gehen könnte.

00:01:52: Also ... Es muss ja irgendeiner dieser berühmten Räuber vielleicht sein.

00:01:58: Ich dachte zuerst an Störtebecker tatsächlich dann an Robin Hood oder sowas.

00:02:03: Das ist mehr Legende als alles andere aber in der Richtung.

00:02:08: Du liegst nicht falsch im Gegenteil!

00:02:10: Es is keiner von den beiden Und ihr, die ihr ja den Folgentitel sehen könnt.

00:02:14: Ihr wisst es natürlich sicher und vielleicht haben es auch einige von euch erraten.

00:02:18: Wir reden heute über Johannes Büchler, denen die meisten von euch vermutlich besser kennen als den sogenannten Schinderhannis.

00:02:26: Ein vermeintlicher Räuberhauptmann!

00:02:29: Wie korrekt diese Darstellung und Interpretation ist?

00:02:31: Dazu werdet ihr heute mehr erfahren und gewünscht wurde sich dieser Fall von Lea, Anne und Birgit.

00:02:38: Ganz liebe Grüße gehen an euch raus.

00:02:39: Wenn ich jemanden vergessen habe, der sich den Fall auch gewünscht hat, dann tut es mir sehr leid.

00:02:43: Fühl dich bitte mit gemeint!

00:02:45: Auf jeden Fall herzlichen Dank ihr drei und falls ihr euch auch mal einen Fall von uns wünschen wollt, dann tut das sehr gerne.

00:02:53: die Kanäle kennt ihr ja also schreibt uns auf Instagram oder schickt uns eine E-Mail.

00:02:58: alle Kontaktdaten findet ihr natürlich wie immer in den Show notes Und an dieser Stelle auch wie immer ein riesengroßes Dankeschön nochmal für all eure Unterstützung auf allen Wegen.

00:03:10: Ob es ein Like unter einer Folge ist oder einen Kommentar, oder irgendeine Interaktion und ganz wichtig natürlich auch einfach das Weiterempfehlen und zuhören – das hilft uns riesig weiter!

00:03:22: Und auch natürlich, wenn ihr uns was in unsere kleine Kaffeekasse gegeben habt oder geben möchtet.

00:03:28: Dafür sind wir sehr dankbar und damit unterstützt ihr den Podcast wirklich ungemein.

00:03:33: also ohne euch könnten wir das kleine Hobbyprojekt hier wirklich gar nicht in der Form betreiben.

00:03:37: Also vielen Dank!

00:03:39: Ja ganz herzlichen Dank und besonders auch weil ihr das natürlich auch in unserer Staffelpause getan habt.

00:03:46: umso mehr sind wir dankbar dass ihr fortwährend so unterstützt.

00:03:52: Nachdem jetzt die Hausmeisterei aus dem Weg ist, freue ich mich sehr auf diese Folge und bin gespannt was du uns zum Schinderhannis zu berichten hast!

00:04:00: Ja ich bin mal gespannt wie lang diese Folge wird.

00:04:02: Ich habe später erst gemerkt wie lange meine Notizen geworden sind Wie umfangreich meine notizen sind.

00:04:07: ja also wohnert euch nicht wenn das hier eine zwei stunden voll gewührt?

00:04:10: Ich hoffe oder versuche mich auf das wichtigste zu beschränken.

00:04:13: wir fangen gerne chronologisch.

00:04:16: Das macht auch hier tatsächlich Sinn.

00:04:17: Unser heutiger Protagonist, Johannes Bückler wird irgendwann vor ... vermutlich in Mielen bei Naschstetten.

00:04:26: Das liegt heute im Rheinland-Pfälzischen Rhein-Lahn-Kreis als Sohn von Maria Schmidt und Johannes Bückler Senior, also dem älteren Geboren.

00:04:34: Sein genaues Geburtsjahr ist unklar, er selbst schienes Zeitlebens nicht genau gewusst zu haben.

00:04:42: Johannes Vater arbeitet unter anderem als Abdecker.

00:04:45: das bezeichnete Person, die sich beruflich um die Entsorgung von Tierkadawern kümmerten.

00:04:50: Heute gibt es den Beruf in Grundzügen immer noch – vielleicht hattet ihr auch schon damit Berührungspunkte.

00:04:55: zum Beispiel wenn ihr ein geliebtes Haustier gehen lassen müsst dann ist das oft auch Teil des Dialogs mit dem Veterinär, aber teils haben Abdecker heute auch andere.

00:05:05: und abweichende Aufgaben als damals.

00:05:07: Historisch zählte auch die Verwertung der tierischen Überreste zum Aufgabenbereich des Abdeckers, dazu zählen dann oft Gerberei, Leimsiederei, Knochenmehl, Maschinenöl oder Düngemittelherstellung.

00:05:20: Ein anderer Name für Abdecker war auch Schinder.

00:05:24: Und so erschließ sich natürlich der Spitzname für Johannes Bückler-Schindahannes.

00:05:30: Der Vater arbeitete auch unter anderem als Henker.

00:05:33: Und die Familie war tatsächlich gesellschaftlich eher am Rande angesiedelt und nicht ganz so angesehen, aber es ist natürlich ein relevanter Beruf gewesen.

00:05:43: Nichtsdestotrotz war das kein

00:05:44: Beruf

00:05:45: den man erstrebenswert fand wenn man nicht hineingeboren wurde in der Regel Die Familie Büchler, die lebt bis in Mielen und zieht über Zwischenstationen, nach Märzweiler in den Hunsrück.

00:06:02: Ab den Jungen Johannis, soweit wir es nachverfolgen können, arbeitet er selbst als Abdeckerknecht.

00:06:14: Er macht also eine Ausbildung bei dem Bärenbacher Vasenmeister und Schafrichter Johann Niklas Nagel.

00:06:20: Das Arbeitsverhältnis endet jedoch recht schnell, denn Bückler stiehlt mehrere Kälberfälle und eine Coo-Haut.

00:06:26: Und wird dann im Herbst in Kieren verhaftet.

00:06:30: Er kann aber aus dem Gefängnis fliehen – etwas was ihm im Laufe seiner unrühmlichen Karriere mehrfach gelingen sollte!

00:06:38: Bereits im selben Jahr ist er dann an weiteren Diebstellen beteiligt, dazu gehören unter anderem ein Pferdediebstahl bei Kirweiler sowie der Diebstahl von zwei Hammeln.

00:06:46: Bei diesen sehr frühen Taten handelt Johannes Bückler auch nicht alleine sondern zusammen mit Verwandten und Bekannten also Freunden.

00:06:54: Auch siebzehnhundertsechzig stehen vor allem Vieh- und Pferdediebstähle im Mittelpunkt seines Toons.

00:06:59: Er bewegt sich dabei in einem wechselnden Umfeld aus Komplizen Und seine kriminelle Karriere beginnt demnach nicht mit großen Raub überfällen, sondern mit kleineren ländlich geprägten Diebstählen.

00:07:12: Die auch zum Beispiel in der Regel nicht angezeigt wurden.

00:07:15: Also entweder da kommen wir später noch mal zu regeltem Mann das dann unter sich.

00:07:20: Ganz oft waren es auch Diebstädle die danach gegebenenfalls wieder zurückgekauft wurden, also dass die bestuhlenden Landwirte dann später die Möglichkeit bekamen das Vieh zum Beispiel zurückzuerwerben.

00:07:31: Ist

00:07:32: ja auch nett!

00:07:32: Dann hattest du im Grunde so eine Art Erpressungsdiebstahl-Situation.

00:07:37: Mhm.

00:07:38: Lag auch daran, dass das Vertrauen in die Strafverfolgung nicht ganz ausgeprägt war aber dazu später mehr.

00:07:44: Und schon als Jugendlicher fällt Johannes demnach auf, nicht nur wegen der Diebstelle und seiner Taten sondern wohl auch wegen seiner körperlichen Stärke und auch seines entschlossenen Wesens, was er gehabt haben soll.

00:07:55: Zeitgenossinnen beschreiben ihn als lebhaft gut aussehend, körperlich kräftig und auch auffallen selbstbewusst.

00:08:02: Er scheint ein Mensch zu sein, der schnell Eindruck macht einer, der in Gesellschaft auffällt bei Zechgelagen beim Tanzen, beim Spielen.

00:08:09: Er ist offenbar beliebt zumindest in bestimmten Kreisen.

00:08:13: Und er hat ein gewisses Charisma und eine körperliche Durchsetzungskraft, das verschafft ihm auch Achtung.

00:08:20: Und erscheint auch vielen seiner Kameraden geistig überlegen gewesen zu sein.

00:08:26: Was genau ihnen dazu motivierte, kriminell zu werden?

00:08:28: Das können wir natürlich nicht mehr auf der individuellen Ebene sagen, ob es jetzt wirtschaftliche Not war oder jugendlicher Übermut soziale Perspektivlosigkeit, genau wissen wir es nicht.

00:08:42: Und wahrscheinlich liegt die Wahrheit irgendwo dazwischen.

00:08:45: An dieser Stelle vielleicht auch ein kleiner Exkurs zum historischen Kontext.

00:08:49: Räuber banden?

00:08:51: Das sind keine Erfindungen aus Sagen und Märchen oder Volklore, sondern tatsächlich waren sie historische Realität im ländlichen Deutschland spätestens seit der frühen Neuzeit.

00:09:03: Die Bedingungen waren halt damals vor allem vor Ideal kann man sagen, vor allem im Westen und Südwesten des heutigen Deutschlands.

00:09:13: In dem Gebiet um Eifel, Mosel- und Hunsrück.

00:09:16: Grund dafür waren die verschiedenen kleinen Territorien sowie Fürstentümer und damit auch unterschiedlichen Zuständigkeiten, die hier aufeinandertrafen und eine sehr schnelle Flucht in ein anderes Hoheits- und Verwaltungsgebiet ermöglichten und damit eine grenzüberschreitende Strafverfolgung so gut wie nicht unmöglich machte aber doch sehr schwer.

00:09:35: Und die Region entlang beider Seiten des Rheins zwischen Mosel und den Niederlanden zählte man damals zum heiligen römischen Reich deutscher Nation.

00:09:44: Die bestand aber aus Gebieten geistlicher Herrscher, wie beispielsweise dem Kölner Erzbischof.

00:09:49: es gab aber auch länderrein-weltlicher Herrscha, wie etwa die Herzöge von Jülich.

00:09:54: Da seht ihr schon, wie heterogen hier sowohl geographisch als auch territorial dieses Gebiet war.

00:09:59: Ihr kennt das ja vielleicht so ein bisschen vom Gefühl her aus natürlich dann deutlich moderner Diversen Wildwestgeschichten, der US-amerikanischen Geschichte.

00:10:07: Die Flucht über die Grenze wie bei den Rio Grande

00:10:10: z.B.,

00:10:11: entscheidet oder entschied dann manchmal Überleben und Tod.

00:10:14: gut für Verbrecherinnen und schlecht für die Strafverfolgung.

00:10:18: Die Region kennt ihr vielleicht ja auch heute noch um dies hier heute sehr viel gehen wird.

00:10:22: in dieser Folge das ist eine sehr schöne Region die aber halt sehr zersiedelt ist immer noch und sehr ländlich

00:10:47: Wow.

00:10:58: Ich weiß nicht, ob ihr euch erinnert.

00:11:00: Ich will das hier auch nicht zu detailliert betrachten.

00:11:02: Aber die französischen Revolutionstruppen besetzten die links-reinigen Gebiete und in den folgenden Jahren wurden dann die betroffenen Regionen systematisch an Französisches Recht und Verwaltung angepasst.

00:11:13: Dadurch wurden vier Verwaltungsdepartements geschaffen darunter auch des Donnersberg Departement mit seinem Hauptverwaltungenort Mainz.

00:11:21: Es ist heute sehr wichtig in dem Fall und im Zuge der Übernahme mussten sich die Franzosen auch mit den Wirken der örtlichen Räuberbanden auseinandersetzen.

00:11:30: Im nördlicheren Rheinland gab es etwa die große niederländische Bande, es gab an der Mosel die Moselbande und auf dem Hund zurück nun mal die später sogenannte Schinderhandesbande zu der natürlich dann gleich noch mehr

00:11:43: kommt.".

00:11:44: Zu den Räuberbanden jener Epoche im Allgemeinen und speziell auch im Fall der Verbrechen der sogenannten Schinderhandelsbande, haben wir mehrere Quellen zur Verfügung.

00:11:53: Und eine eigentlich recht gute Quellenlage.

00:11:56: Es gibt zum einen die sogenannten aktenmäßigen Geschichten.

00:11:59: Das sind Fallbeschreibungen, die so ein bisschen unterhaltsamer sind von Justizbeamten, die in der Verfolgung und auch in die Prozesse gegen die Räuberbanden involviert waren.

00:12:09: Die schöpfen halt aus ihrer teils persönlichen Erfahrung und ihren Einblicken aber schmücken das Ganze gerne auch aus.

00:12:15: Und es sind in diesen aktenmäßigen Geschichten nicht alle Verbrechen der jeweiligen Banden abgedeckt.

00:12:21: Dann gibt's noch was auch ein ziemlicher Glücksfall ist für die Schinderhandesbande, die kompletten Ermittlungsakten erhalten sind inklusive der Urteile aus den Jahren.

00:12:32: Das sind mehr als dreitausend vierhundert Dokumente, auch auf über dreitausend zweihundert Seiten.

00:12:38: Und von diesen gedruckten Mainzer-Voruntersuchungsakten existieren heute beispielsweise in Paris und in Trier noch vollständige Exemplare.

00:12:46: Und das ist nicht nur ein Glücksgriff für die Geschichtsschreibung sondern auch heute für uns.

00:12:49: da die Quellenlage damit so einmalig ist Auch hier an der Stelle mal einen Tipp.

00:12:53: wer sich noch weiter dafür interessiert Für deutsche Räuberbanden dem empfehle ich einen Blick in die Literatur, die wir natürlich in unseren Shownotes verlinkt haben bzw.

00:13:05: aufgelistet haben.

00:13:06: Es gibt wirklich viel mehr und viel detaillierteres und auch zeitkoloriertes dazu zu lesen.

00:13:13: Das ist teils einfach sehr unterhaltsam.

00:13:15: Und es ist nur ein

00:13:16: Bruchteil

00:13:17: von der Literatur existiert.

00:13:18: also hier wiederum empfehlte ich einen Blick in die Litteratulisten in der Literature, die ich euch verlinke Und ein bisschen was vielleicht noch zur Region.

00:13:26: Also dem Hundsrück, der heute die größte Rolle spielen wird und weil auch hier ist es interessant einen Blick auf die Zustände in der Region in der damaligen Zeit zu werfen.

00:13:35: Die Region, in der ja die sogenannte Schinderhandelsbande damals primär aktiv war ... Der Hunds rück also... für alle Orts fremden, dass es linksrheinisch ein Mittelgebirge ungefähr zwischen Trier, Koblenz und Bingen.

00:13:48: Das war ein Gebiet, das gegen Ende des Achtzehn-Jahrhunderts lange umkämpft war von Frankreich und dem heiligen Römischen Reich.

00:13:55: Lange Zeit Glück hatte aber vor allem ab im Seventeenhundert vierneunzig dann tatsächlich wenn das aktive Kriegsgeschehen involviert wurde.

00:14:03: Dann gab es deswegen natürlich hier auch Truppenbewegungen als Konsequenz Und die Auswirkungen davon hatte, die örtliche Bevölkerung zu tragen.

00:14:11: Natürlich gibt es direkte Auswirkung als Kriegsschauplatz.

00:14:14: Es gibt Plünderungen durch Soldaten bis hin zur Verpflichtung und zur Truppenversorgung für die Bevölkerung.

00:14:21: Das sind natürlich immense Belastungen gewesen.

00:14:23: Wenn man sich noch ein bisschen die Räuberbanden per See anschaut ... haben wir nämlich einen weiteren Glücksfall.

00:14:30: Wir können auch anhand der Mainzerquellen Information über die Diversen Mitglieder Motive ein paar Einblicke gewinnen.

00:14:39: Grundsätzlich stammt ein großer Teil der Mitglieder der Räuberbanden jener Zeit aus eher prekären Verhältnissen, das waren Menschen die hatten keine feste Anstellungen keinen festen Wohnsitz.

00:14:50: am ehesten würde man es heute bezeichnen wahrscheinlich mit so etwas wie Landstreichertum.

00:14:55: Historisch findet sich dann gerne der Begriff der sogenannten Vaganten für die umherziehende Bevölkerung.

00:15:01: Ihr kennt vielleicht den Begriff Vagabunden, das ist euch vielleicht eher geläufig und geht in dieselbe Richtung.

00:15:06: Für viele Menschen aus diesem Milieu hatten sich die Lebensbedingungen im achtzenden Jahrhundert immer weiter zugespitzt und es gab halt kaum Strukturen gerade auch in diesen Regionen für Hilfe.

00:15:16: Stattdessen wurden sie dann oft ausgegrenzt und schnell als Kriminell abgestempelt, auch wenn sie es vielleicht noch gar nicht waren.

00:15:23: Es tat sich ein bisschen was mit der wachsenden Aufklärung.

00:15:26: aber Krisen wie Kriege, Missernten etc.

00:15:29: vergrößerten halt diesen Anteil der Bevölkerung die oft dann als Tagelöner innen arbeiteten oder bettelten Und oft war die Grenze sehr schmal.

00:15:39: Sowohl für jene, den einen Übertritt in die Kriminalität nur allzu leicht.

00:15:42: Viel als auch für jener, die am Rande des Existenzminimums keine Alternativen hatten, als kriminell zu werden.

00:15:50: Ihr seht schon alles keine schlechten Bedingungen wiederum.

00:15:56: Können wir mit diesem kleinen Vorwissen?

00:15:58: Ich hoffe, ich habe es nicht zu breit gemacht.

00:16:00: Zurück zu Johannes Büchler selbst!

00:16:02: Bevor aus ihm der berüchtigte Schinder Hannes wurde beginnt seine kriminelle Laufbahn ja wie wir schon gehört haben vergleichsweise unspektakulär zumindest auf den ersten Blick.

00:16:12: Wie schon geschildert sind seine ersten bekannten Straftaten eher kleinere Delikte vor allem Viehdiebstähle.

00:16:18: Schon damals scheint er aber nach Aussage diverser Zeugen kein Unbekannter gewesen zu sein.

00:16:23: Es klingt auch hier danach, wenn wir das nicht genau mit Quellen belegen können als hätte er schon zu Beginn seiner Adoleszenz sich mit ersten kleinen kriminellen Handlungen hervorgetan.

00:16:34: unrühmlicherweise.

00:16:35: Sich ein Ruf auch schon erarbeitet der dann schnell wächst denn auch wenn der Großteil der von ihm damals begangenen Delikte weiterhin im Spektrum von Vieh- und Warentiebstellen liegt bleibt es nicht dabei.

00:16:49: Das erste Gewaltverbrechen dann auch mit Todesfolge, in das Johannes Büchler direkt involviert ist, geschieht Ende Dezember, siebzehntundneinzig.

00:16:57: Er wird damals zusammen mit Elise Werner in einer Diebesherberge aufgenommen und als es zu einem Kleidungsdiebstahl aus Eifersucht durch den Ex-Partner von Elise Werna kommt wird der flüchtige Dieb von einer Gruppe inklusive Bückler selbst verfolgt und in seiner Zuflucht brutal getötet.

00:17:16: Allerdings wissen wir heute nicht, wer am Ende den tödlichen Schlag oder Stich gesetzt hat.

00:17:21: Das lässt sich nie herausfinden.

00:17:23: aber unter anderem Johannes Bücklar wird dann später in Abwesenheit allerdings zu achtzehn Jahren Galerenstrafe.

00:17:30: verurteilt.

00:17:31: Und was kann man sich vorstellen, unter einem Kleidungsdiebstahl aus Eifersucht?

00:17:36: Das war mein Versuch der Verkürzung.

00:17:37: wohl ein eifersüchtiger Ex-Partner von Elise Werner scheint ich glaube ihr Kleidung geklaut zu haben und um das zu ahnden und auch die Kleidungen zurückzubekommen ist er dann verfolgt worden.

00:17:48: und dann kommt es zu einem Gerangel und einer ja Meinungsverschiedenheit mit Freusten und Waffen und im Zuge dessen wird dann der Dieb und Ex-Partner getötet.

00:17:59: Anfang von der Erste belegte gewaltsame Raubüberfall in der Kriminellen Laufbahn des Schinderhandes, der Überfall auf die Familie Martin Schmidt auf der Spalla Ziegehütte.

00:18:12: Ein Kumpan von Büchler Will wie bereits zuvor mit seinen Begleitern bei Martin Schmidt übernachten hat das wohl öfter zugelassen.

00:18:20: Diesmal lehnt er jedoch ab Woraufhin die Gruppe sich gewaltsam Zugang zur Ziegelei verschafft.

00:18:25: Die Gruppe mishandelt dann auch die Familie von Herrn Schmidt, drohen ihm vor allem aber auch seiner Frau das sie sie erschießen und erzwingen somit die Rausgabe von Lebensmitteln und Wertgegenständen.

00:18:36: Im Juli-Jubel-Siebzehnhundert-Achdenneunzig wird Johannes Bückler an der Weidner Mühle festgenommen.

00:18:41: Er wird zunächst in Herstein fest gehalten, will dort offenbar fliehen was man allerdings vereiteln kann.

00:18:47: Doch als man ihn danach Saarbrücken überstellt, gelingt ihm dort die Flucht aus dem Gefängnis.

00:18:52: Und diese Flucht sollte ihn recht bekannt machen und in der Region für Aufsehen

00:18:57: sorgen.".

00:18:58: Im August, siebzehnhundertneunzig kommt es dann zu einem weiteren schweren Gewaltverbrechen Bei dem Johannes Büchler anwesend ist, nämlich den Mord am jüdischen Viehhändler Simon Selichmann.

00:19:08: Diese Tat geschieht dann am zwölften August in der Nähe der damaligen Tiergartenhütte bei Agenthal in einem dortigen Würzhaus.

00:19:16: Treffen nämlich Büchle und ein Kompon auf Selichman, der sich auf dem Rückweg von Simmern befindet.

00:19:21: Zwischen Selichmann und Büchlers Begleiter gibt es offenbar eine Vorgeschichte.

00:19:26: Einige Jahre zuvor soll Selich man eine Affäre des Mannes Frau verraten haben.

00:19:32: Also an den Ehemann der Frau, mit der er eine Affäre hat und der betrug mir ihr Mann, der erschlägt daraufhin seine Frau.

00:19:39: Und daher hat Bücklers Begleiter Rache geschworen Anseligmann.

00:19:44: Der Mord Anselichmann scheint dann eine spontane Tat gewesen zu sein.

00:19:48: Bückler und seinen Begleitern hatten sofort zwei Pferde gestohlen und warten im Wurzhaus auf deren Besitzer um möglicherweise wie schon gesagt habe Geld für die Rückgabe zu verlangen.

00:19:56: Währenddessen bedringt sich Bücklas Begleitter Wie wirklich in einem Fernseherreifen-Showdown Simon Selichmann durch Zufall hinein, in die Schenke ist vor Ort.

00:20:09: Versucht sich aber offenbar aus der Affäre zu ziehen bzw den Ort des Geschehens zu verlassen.

00:20:13: allerdings folgen Büchler und seinen Kumparen ihm was dann ganz genau geschieht.

00:20:17: auch das bleibt ja in den späteren Aussagen widersprüchlich.

00:20:21: Johannes Bücheler belastet sein Bekannten natürlich und erklärt er habe gesehen wie dieser Selich mann in die Brust sticht und ihm mehrere Schläge versetzt.

00:20:29: Und Johannes Bücklers Begleiter gesteht zunächst auch, Seligmann aus Rache getötet zu haben.

00:20:34: Wieder ruft allerdings einen Tag später seine Geschichte und seinen Geständnis und behauptet nun Johannes Büccler sei dem Opfer gefolgt und habe es niedergeschlagen.

00:20:43: Als er selbst dazu kam, sei Seligman bereits tot gewesen.

00:20:47: Wir können hier viel spekulieren, wer mehr oder ein größeres Motiv gehabt hat mag klar ist aber Simon Selig man wird mit äußerster Brutalität getötete Und der Obduktionsbericht beschreibt schwere Kopfverletzungen, Stich- und Schnittwunden am Hals sowie weitere Verletzung am Körper.

00:21:03: Besonders wohl die Kopfverleitzungen sind so massiv dass sie als absolut tödlich bewerten.

00:21:09: Die Schläge müssen mit einem dumpfen Gegenstand ausgeführt worden sein und führen zu Knochenbrüchen Blutungen und schweren Verletzung des Gehirns.

00:21:16: Dann gibt es noch eine tiefe Stichverletzung am Heils bei der eine wichtige Blutader verletzt wird.

00:21:21: Nach dem Mord plündern die beiden Täter die Leiche und die Beute wird später an ein Händler verkauft.

00:21:27: Ja, aber der Mord scheint ja nun doch schon eher persönlich oder?

00:21:30: Also das war wahrscheinlich dann eher der Kumpar.

00:21:32: nicht dass es jetzt eine Rolle spielt, aber das ist ja Overkill!

00:21:36: Ich

00:21:36: würde's auch vermuten ... Aber natürlich ist das was, was wir aufgrund der Verbindungen der Person unter anderem vermuten oder abschätzen.

00:21:44: Aber wie es dann wirklich war, wer am Ende den tödlichen Schlag- oder Stich vollzogen hat, wissen wir natürlich nicht.

00:21:51: Ja,

00:21:51: natürlich!

00:21:52: Aber diese geschilderten Fälle zeigen schon jetzt, dass Johannes Bückler auch in Verbrechen involviert ist die in ihrer Brutalität in deutlichem Gegensatz zum späteren Bild vom Schamanten oder gar edlen Räuber stehen.

00:22:04: Hier begegnet uns nicht der romantisierte Schinderhandel, sondern ein Milieu aus Gewalt racher Raub und tödlicher

00:22:09: Brutalität.".

00:22:10: Ja

00:22:10: das haben ja diese ganzen Räuberslegenden auch so ein bisschen gemein.

00:22:14: Ich nehme mal an wir werden uns noch weiterer am sehen hier im Laufe der Zeit.

00:22:17: aber...

00:22:18: Das denke ich auch.

00:22:18: ...das

00:22:19: ist immer die nachträgliche Romantisierung dieser Gewaltverbrecher.

00:22:24: Das hatten wir ja auch schon im Zuge von Jesse James und seiner Bande gehört.

00:22:28: Also, wie dann erst später das Ganze so hochstilisiert wird zu mehr Türen für die richtige Sache oder so was?

00:22:36: Oder eben so einem Robin Hood-Bild entsprechend.

00:22:38: Auch

00:22:38: das wird hier jetzt eine große Rolle noch spielen mit dieser Summe an schon geschehenen Verbrechen.

00:22:44: Und es ist nur eine Auswahl, die ich bis hierhin schildere oder nicht generell heute schilder hat sich Johannes Bückler zu diesem Zeitpunkt einen Ruf.

00:22:52: erarbeitet quasi in Anführungszeichen.

00:22:54: Und es gibt immer wieder ab da verhaftete Menschen, die sich bei ihrer Festnahme auf ihn berufen und behaupten sie hätten mit ihm gemeinsam die vermeintliche Tat begangen.

00:23:06: Er hätte in Wirklichkeit die Tat geplant und vollzogen und sei nur nicht erwischt worden.

00:23:11: ob zu Recht oder nicht das lässt sich in den Einzelfällen kaum sagen aber ist schon auffällig wie das jetzt hier plötzlich zunimmt.

00:23:18: Und vielleicht auch ein Zeichen dafür, was für eine Bekanntheit er schon erlangt hatte?

00:23:22: Also was für einen Ruf ihm voraus eilt!

00:23:25: Zur Jahreswendung der Seventeen-Achden-Ninzig-Neunundneinzig suchte man Johannes Bückler schließlich schon steckbrieflich aus.

00:23:31: dem Jugendlichen Fidip ist also innerhalb weniger Jahre eine Behörde bekannte Figur geworden und als man den Zitat gefährlichen Spitzbub im Februar seventeinundneunundzig dann in Schnepenbach bei einer Patrouille festnimmt hat Johannes Bückler eine Pistole bei sich, vielleicht ja ein Hinweis auch schon auf die Zuspitzung seiner Art der Kriminalität.

00:23:54: Weil eigentlich war zu dem Zeitpunkt die Bevölkerung entwaffnet worden durch die Franzosen.

00:24:01: Bücker flieht dann später aus dem Nacht dieser Festnahme aus dem Turmgefängnis von Simmern, wohl nach einer internen Verlegung nutzt er die Chance, das ist der zwanzigste August, Seventeenhundertneunundneinzig.

00:24:12: dabei verletzte sich allerdings wohl schwer und diese Flucht bedeutet Eine Zäsur, nicht nur weil er ein bisschen wohl braucht um sich wieder da von der Verletzung zu erholen sondern seine Taten danach sprechen noch mal eine andere Sprache.

00:24:25: Denn sie verändern sich von der Art her während Büchler zuvor vor allem Vieh und Waren Kleidung oder Lebensmittel gestohlen hat treten nun immer stärker bewaffnete und gewaltsame Überfälle in den Vordergrund.

00:24:37: Ende September seventeinundneunzig versucht er beispielsweise gemeinsam mit mehreren Komplizen einen Einbruch bei dem Kaufmann Heinrich Gottlob im Oberwiesel.

00:24:45: Der Plan scheitert allerdings, der Kaufmann war schon mal früher beraubt worden.

00:24:50: Das war nicht sein erstes Mal und hat dementsprechend sein Haus auch besser gesichert.

00:24:54: Und die Täter müssen dann unverrichteter Dinge fliehen, weil sie sich keinen Zugang verschaffen können.

00:24:59: Im Dezember sevenhundert neunneunzig kommt es bei Birkenfeld zu einem Überfall auf mehrere Händler.

00:25:04: Unter den Opfern sind auch jüdische Händler, die vom Markt zurückkehren.

00:25:09: Bückler und seine Begleiter versperren ihnen den Weg, bedrohen sie mit Pistolen und Säbeln und fordern ihr Geld – ein christlicher Mitreisender bleibt dabei unbehelligt.

00:25:20: Der selbe Tatort wird am selben Tag offenbar noch einmal genutzt.

00:25:23: Auch der Meisenheimer Metzger Christian Schank wird dort überfallen und verliert eine größere Geldsummer.

00:25:30: Anfang den Nachbarn folgt dann ein weiterer Überfall, diesmal bei Waldböckelheim.

00:25:35: Zwei jüdische Händler aus Mainz werden dort ausgeraubt und nur wenige Tage später eskaliert die Gewalt weiter.

00:25:42: in der Nacht vom neunten auf dem zehnten Januar, überfallen Bückler und einige Komplizen des Haus von Peter Riegel im Ortsweiler.

00:25:49: Der Vorschlag zu diesem Überfall stammt offenbar von einem Mann, der aus persönlichen Rachenmotiven heraushandelt Denn er hatte einst wohl um Riegel's Tochter geworben und war abgewiesen worden.

00:25:59: Und den Räubern stellt er eine hohe Beute in Aussicht, wenn sie das Haus überfallen.

00:26:04: Bückler und seine Leute geben sich an der Tür als Jandarm aus.

00:26:09: Als Riegel dann öffnet, stirben sie das Hause – die Bewohner werden überwältigt!

00:26:14: Die Frau von Riegels Schwärm ist handelt, um anders erhoffte Geld zu kommen.

00:26:18: Als Peter Riegel dann zu Flien versucht, schießt man ihm mit Schrot in den Unterleib und er stirbt noch am Tatort.

00:26:25: Nun ist allerdings das Dorf alarmiert und die Räuber fliehen mit fast leeren Händen.

00:26:30: Mhm!

00:26:30: Achtzehnhundert nehmen auch Erpressungen zu, die Büchler offenbar begeht, gerne über Drohbriefe, die er verschickt.

00:26:36: Sie möchten Opfer nicht zahlen, droht eher mit Gewalt.

00:26:40: Die Gruppe um Johannes Büchlers Stil nun nicht mehr nur, sondern arbeitet mit Einschüchterung Waffen, Erpressung und tödlicher Gewalt.

00:26:48: Und vielleicht eine Sache noch mal betont an der Stelle.

00:26:50: Die meisten der Verbrechen werden nicht zur Anzeige gebracht.

00:26:53: Vor allem die, die man auch aus heutiger Sicht eher als geringfügig einstufen würde.

00:26:58: Und zwar geringgefügig im Sinne von es sind kleinere Beträge, es sind kleine Objekte wie das geklaut wird.

00:27:05: Oft wohl auch aus Angst vor den Tätern.

00:27:07: aber manchmal eilen auch die Beraubten den Dieben selbst hinterher wollen sich selbst um die Regelungen des ganzen kümmern Selbstjustiz üben, manchmal kaufen sie das Diebes gut zurück und manchmal reagieren sie auch gar nicht.

00:27:22: Und man wendet sich auch nicht an die Behörden wegen mangelnden Vertrauens.

00:27:26: Viele von diesen Verbrechen, die kommen dann erst im Zogel des Prozesses III.

00:27:30: ernsttageslicht werden nämlich gestanden und dann auch von den Opfern und anderen Beteiligten vor Ort bestätigt.

00:27:36: Deswegen wissen wir überhaupt nur von ihnen.

00:27:38: Wie kann man sich das denn jetzt eigentlich vorstellen?

00:27:40: Ist es eine feste Bande, die irgendwie auch zusammenlebt oder so wie man das ja gerne dargestellt sieht.

00:27:46: Oder sind das einfach immer wieder andere, die mit ihm zusammen diese Verbrechen begehen?

00:27:52: Das ist im Grunde keine feste Bande.

00:27:54: Keine fest hierarchisch organisierte Bande, die existiert nicht.

00:27:58: Das ist eigentlich eine Erfindung der späteren Zeit.

00:28:01: Auch diese klare Hierarchie mit Johannes Büchler als auch Hauptmann, als Räuberhauptmann, das ist eigentlich Eine Erfindungen späterer Tage beziehungsweise der populistischeren Aufarbeitung und teilweise schon der Verklärung der Zeitgenossinnen.

00:28:15: Es handelt sich hier um eine Gruppe, die immer wieder mit unterschiedlichen Personen zusammenarbeitet.

00:28:21: Er tut sich immer mit unterschiedlichem Konstellationen zusammen, mit Bekannten manchmal mit manchen häufiger und weniger.

00:28:29: Das sind immer relativ lose Zusammenschlüsse, die dutzende Personen ausmachen.

00:28:34: In dem Fall kann man nicht davon sprechen, dass es sich um eine feste Bande handelt, sondern einfach um Menschen, die je nach Aufgaben, was sie machen wollen oder erledigen wollen offen ist für kriminelle Aktivitäten und sich dementsprechend zusammenfindet.

00:28:48: Mhm, okay ... Diese

00:28:49: Gewaltserie von Johannes Bückler und seinen Komplizen setzt sich im Jahr eighteen Hundert fort.

00:28:55: Im März am siebenundzwanzigsten wird der jüdische Kaufmann Samuel Elie bei Sobernheim überfallen.

00:29:01: Der Überfall beginnt ohne Vorwarnung, Bückler und ein Mitheter schießen auf Elie, dessen Pferd scheut.

00:29:06: Eli stützt zu Boden.

00:29:07: Einer der Täter durchsucht ihn und raubt ihm zwölf Louis-Dor, so wie seine Uher.

00:29:12: Als Eli um Hilfe ruft, schießt einer der Täter auf ihn.

00:29:15: Mehrere Schrotkugeln treffen ihn an Hand und Bein.

00:29:18: Das alles wird von zwei Männern beobachtet, die auf einem nahegelegenen Feld arbeiten, aber aus Angst nicht eingreifen.

00:29:25: Trotz seiner Verletzungen versucht Eli, die fliehenden Täter zu verfolgen.

00:29:29: In der Nähe des Marien Porterhofes muss er jedoch aufgeben.

00:29:33: Er kehrt nach Sobanheim zurück und zeigt die Tat tatsächlich an.

00:29:37: Dann entzünden sich aber, Elis wohnten sehr schwer und wenige Wochen später am zwanzigsten April, den Stürmer stürpt er.

00:29:45: Ein Ostern-Achzehnhundert ist jetzt kein Verbrechen für Johannes Bücklers Leben zumindest wichtig.

00:29:52: Lernt er in der Nähe von Kieren auch Juliana Blasius kennen?

00:29:56: die seine letzte bekannte Partnerin werden sollte.

00:29:59: Die Achtzehnjährige verdient sich damals ihr Auskommen gemeinsam mit ihrer Schwester und ihrem Vater als Musikantin auf Kirchwein und Märkten, und fortan, später wird sie sagen nicht ganz freiwillig, begleitet sie ihn auch.

00:30:11: von seinen Taten will sie später nichts gewusst haben.

00:30:14: Grundsätzlich würde ich ja Aussagen von Opfern immer glauben wollen.

00:30:19: in diesem Fall ist es allerdings so dass sie nachweislich später bei Taten nicht nur dabei war, sondern auch mitgetan hat.

00:30:27: Also sie mitverübt hat was diese Distanzierung doch recht unglaubwürdig macht.

00:30:34: Wenige Monate später bringt sie eine gemeinsame Tochter zur Welt die aber nur kurze Zeit überleben sollte.

00:30:42: In den folgenden Monaten kommt es zu einer ganzen Reihe weiterer Überfälle und Erpressungen bei denen v.a.

00:30:47: jüdische Händler betroffen sind.

00:30:49: wirklich koordiniert ist die darauf reagierende Strafverfolgung in Fantasy gibt.

00:30:55: Nicht, aber es kommt nun was ins Rollen.

00:30:58: Denn nicht mehr nur lokale Behörden haben Johannes Büchler auf dem Radar.

00:31:02: der Name Schinderhandels trinkt nun auch bis in die französische Regierung vor.

00:31:06: er dient hier als willkommenes politisches Feindbild als Argument dafür die staatlichen Vollmachten in den neu besetzten Gebieten auszuweiten.

00:31:15: Der namen siebten Dezember eighteenhundert ordnet der Frischernannte General-Regierungskommissar Jean-Baptiste Moise Jolivé im Amtsblatt der vier linksrheinischen Französischen Er sei der Kopf der Bande, wird hier kolportiert.

00:31:43: Das klingt nach einer großen organisierten Kriminellen Gefahr und genau dieses Bild wird dann auch in der Pariser Presse aufgegriffen.

00:31:51: Dort wird der Schinder Hannes plötzlich zur überregionalen Sensationsfigur und die Berichte überzeichnen ihn massiv.

00:31:59: Die angeblich angeführte Bande wächst in der Darstellung der Presse auf hunderte Mitglieder.

00:32:04: Nur belegen lässt sich das nicht?

00:32:06: In der weit verbreiteten Vorstellung einer Räuberbande, fiktional wird das gerne aufgegriffen, gibt es grob gesagt eine fest organisierte Gruppe Kriminella die dauerhaft von einem besonders herausstechenden Individuum angeführt und befähigt wird ... Und es herrscht mehr oder weniger autoritäre Hierarchie.

00:32:22: aber wie ich eben schon gesagt habe im Fall Bückler geben diese Interpretationen die Quellen jenseits von press- und politisch motivierten Ermittlungsbehörden überhaupt nicht her.

00:32:31: Und es ist mehr als fraglich, ob Büggler wirklich so etwas wie ein Bandenanführer war.

00:32:37: Es scheint eher wirklich wechselnde Gruppierungen gegeben zu haben zu denen man sich zusammen tut, auch je nachdem mit wem man gerade unterwegs war.

00:32:46: Mit wem er sich gerade versteckte wer in der Nähe wohnte und jemanden kannte.

00:32:50: Manchmal kommt die Gruppe oder die Menschen um ihn herum.

00:32:53: Auch hier unter mal Dorot, mal ist er alleine unterwegs, mal mit anderen, mal den Frauen oder halt mit seiner Partnerin.

00:33:01: Und nachgetaner Tat geht man in der Regel auch eigene Wiege außer.

00:33:06: man ist länger an einem Ort wo man sich versteckt oder Unterschlupf gefunden hat.

00:33:09: Wo lebt er denn eigentlich?

00:33:11: zu dieser Zeit?

00:33:12: Er hat keinen festen Wohnsitz.

00:33:14: Es gibt immer wieder Orte, Höfe wo er unterkommt oder Unterschlupf sucht, wo ihm auch unterschlupft gewährt wird.

00:33:20: Das hängt davon ab, wo der letzte Tat war und davon distanziert er sich gerne räumlich.

00:33:25: dann ist er mal hier für ein paar Tage und Wochen, dann ist einmal dort.

00:33:28: also er hat in dem Sinne kein festen Wohnsitz.

00:33:31: Also so was wie einen Räuber haupt man das scheint es hier zu weit zu greifen.

00:33:37: Johannes Bückler scheint möglicherweise eher wegen seiner Art und seiner Schleuge gegebenenfalls auch seiner Kraft herausgestochen zu haben.

00:33:45: Und die Beschreibung so als Boss einer solchen Truppe, das scheint vielmehr ein Produkt aus Politik, Presse und öffentlicher Wahrnehmung gewesen zu sein?

00:33:53: Mhm!

00:33:55: Auch in den historischen Strafakten der Region zeigt sich, dass Bückler und die Komplizen von ihm nur einige von vielen Kriminellen sind, die damals das Land unsicher machen.

00:34:05: Und es zeigt sich auch, dass sie die Kriminalität dort nicht so eindeutig dominierten wie es dann später oft dargestellt wird.

00:34:13: Das macht die natürlich alle nicht weniger bedrohlich vor allen Dingen für die Landbevölkerung Besonders eine Gruppe, da müssen wir drüber reden.

00:34:21: Es ist besonders betroffen für die auch der Name Schinderhandes zu einem Schrecken wird nämlich für die jüdische Gemeinde.

00:34:28: Es kommt oft den Opfern aber auch speziell den jüdischen Opfern.

00:34:34: selten ist jemand zur Hilfe, klar aus Angst, aber wohl auch aus einer antisemitischen Abwertung heraus und ... Diese Gewalt gegen jüdische Menschen ist auch in diesem Fall ein ganz wichtiger Teil der Geschichte, über den wir reden müssen.

00:34:48: Und das zeigt aber auch wie gefährlich die spätere romantische Verklärung des Schinderhandels ist.

00:34:53: Denn der historische Bückler ist nun mal kein edler Beschützer der Schwachen.

00:34:57: Deswegen müssen wir uns einmal kurz angucken, wer die Opfer primär waren.

00:35:02: Auffällig ist es, dass Jüdinnen und Juden etwa achtundzwanzig Prozent der Bekannten Opfer ausmachen, gemessen an ihrem Anteil an der damaligen Gesamtbevölkerung sind sie somit deutlich überproportional betroffen.

00:35:15: Das bedeutet die Gewalt der Bande richtet sich nicht zufällig gegen jüdische Menschen.

00:35:19: Sie waren für die Räuber besonders häufig Ziel von Überfällen Erpressungen und Bedrohungen.

00:35:24: Es gibt zum Beispiel eine Beschwerde des Kreuznacher Juden Abraham Levy vom neunzwanzigsten Juli eighteenhundert in der er den Behörden vorwirft In dieser akuten Gefahrensituation nicht genug Schutz für die jüdische Bevölkerung zu bieten und diese ständige Bedrohung gefährde aus seiner Sicht auch den Handeln und Reisefreiheit in der gesamten Region.

00:35:44: Die Beantwortung der Frage, warum jüdische Menschen so häufig Opfer der Schinderhandesbande oder von Bückler und seinen Kumparen wurden dies allerdings recht komplex.

00:35:52: Einerseits klar spricht vieles dafür, dass antisemitische Vorurteile in der Bevölkerung eine wichtige Rolle spielten und Jüdinnen und Juden in den Augen vieler Zeit genossen zu besonders in Anführungszeichen legitimen Opfern machten.

00:36:04: Dabei gab es diesen Fokus von Büchler und sein Taten nicht schon immer denn in den früheren Jahren haben wir gehört da stehen ja vor allen Dingen Vieh-, Geld- und Kleidungs- und Lebensmittel im Vordergrund.

00:36:15: Und hier ist die nicht jüdische Bevölkerung betroffen in dieser Phase.

00:36:19: Jüdische Opfer tauchen in den Quellen nur vereinzelt auf und viel stärker erst später, ab etwa einigstens.

00:36:27: Ab hier werden nun auch jüdischen Kaufleute immer häufiger zu opfern und zu ziehen.

00:36:31: Klar, Kaufleuten führten eher Bargeld mit sich, waren Wertgegenstände und Viehhändler und reisende Händler waren außerdem natürlich auch viel unterwegs in abgelegenen Wegen auch viel angreifbarer.

00:36:43: Das bedeutet natürlich für Potenzialität eine höhere Beuteaussicht bei vergleichsweise geringerem Risiko, die jüdischen Opfer wurden aber nicht nur von den Räubern bedroht sondern befanden sich aber auch häufig an einem gesellschaftlichen Umfeld das ihnen wenig Schutz entgegenbrachte.

00:37:00: denn zum Beispiel in mehreren Fällen ist nachgewiesen, dass Teile der Bevölkerung Überfälle auf Juden und Juden stillschweigend hinnahmen.

00:37:07: Und sogar unterstützten und nicht zur Hilfe kamen.

00:37:10: Etwa bei dem Überfall in Sötern wird deutlich, dass die Räuber mit einer gewissen Duldung rechnen konnten.

00:37:15: Auch aus Baumholder soll es Stimmen gegeben haben, die Büchler aufforderten vor allem Juden zu bestehen.

00:37:21: Und Büchlers selbst träumt auch ein, das er überproportional häufig jüdische Menschen bestuhlen hat – in einem Verhör in Frankfurt später.

00:37:30: Viele Zeugenden schildern auch, dass sie deshalb nicht eingriffen, halfen oder später gegen ihn aussagten.

00:37:37: Klar, weil sie Angst hatten selbst in den Fokus der Räuber zu gelangen.

00:37:41: und trotzdem gibt es einen Zusammenhang hierzu zu Antisemitismus.

00:37:44: Es gibt ein Bericht des Sonsbacher Bürgermeisters vom März, in dem er beschreibt das aufgrund geltender antisemitischer Vorurteile und Diskriminierung ein großer Teil der Bevölkerung seines Dorfes die Bande um Johannes Bückler unterstütze.

00:37:58: Fast zwei Drittel der Einwohner hätten es gebilligt, dass der Schinderhandes vor allem Juden überfiel.

00:38:05: In den Aussagen und Geständnissen der Räuber selbst lassen sich allerdings offen antisemitische Motive nur vereinzelt, direkt nachweisen.

00:38:12: Es ist aber davon auszugehen, dass sie nicht im luftleeren Raum lebend von den herrschenden antisemitischen Vorteilen nicht ausgenommen waren.

00:38:20: Und dann existiert natürlich – das habt ihr bestimmt auch schon gedacht – eine fatale Korrelation.

00:38:24: jüdische Menschen waren nun mal über Jahrhunderte erheblich beruflich ein- und beschränkt worden.

00:38:30: So waren sie unter anderem oft im Geld- und Warenhandel aktiv.

00:38:34: Der Handel an Nahr- und Glaren, also hier in der betreffenden Region wurde vor allem von Juden betrieben.

00:38:40: Nun über viel die sogenannte Schinderhandelsbande natürlich für alle Menschen bei denen sie Beute erwartete.

00:38:45: Und dazu gehörten nun mal jüdische Kaufleute und Viehhändler aber auch wohlhabende Bauern christliche Händer und andere Personen mit Geld oder Waren?

00:38:53: Ja, das ist ja eine fatale Korrelation.

00:38:56: Also diese Vorurteile gegen die jüdischen Menschen kombiniert mit einem gewissen Neid, nämlich auch in der lokalen Bevölkerung darüber hinaus.

00:39:06: Dass die jüdische Bevölkerung vielleicht wohlhabender war und dass man der Ansicht war, die das Geld auch zustünde beziehungsweise den jüdischen Menschen eben nicht zustunde und dass man vielleicht deswegen ja auch nicht eingegriffen hat.

00:39:19: Ich denke, man kann sagen, dass jüdische Kaufleute hier vermutlich nicht nur wegen ihrer Religion angegriffen wurden aber ihre gesellschaftliche Ausgrenzung, ihre berufliche Mobilität und die Erwartung reicher Beute minneten sicher die Hemmungen und machten sie für Büchler und seine Komplizen zu besonders häufigen Opfern.

00:39:37: Und die Überfälle auf jüdische Menschen, die sind ohne die antisemitischen Vorurteile der Zeit nicht zu verstehen.

00:39:44: Diese Vorurtheile machten jüdischer Opfer verwundbarer und sorgten auch dafür dass Teile der Bevölkerung solche Taten duldeten und sogar rechtfertigten.

00:39:52: Dann gibt es aber noch einen Punkt nämlich die politische Ebene denn unter französischer Herrschaft wurden Juden auf der linken Reinseite nun rechtlich und politisch gleichgestellt Und das führte von Gegnern der neuen Herrschenden, also von denen die gerne die Franzosen aus dem Land vertrieben hätten natürlich.

00:40:11: zusätzliche Ablehnung.

00:40:12: Was auch noch fatalerweise hinzukam, dass die überproportionalen Überfälle auf jüdische Menschen vor dem Hintergrund des auch in den folgenden Jahrzehnten herrschenden Antisemitismus für Büchler und seinem Mithäter ausgelegt wurden.

00:40:24: Ja genau das ist ja dieses ganze Emiratis.

00:40:27: Das finde ich unglaublich perfideln!

00:40:28: In einem Weltbild, in dem Juden für viele als Händler, Wucherer- und Ausbeuter der Landbevölkerung galten – aufgrund von Vorurteilen galten sie nicht als Opfer sondern als verdienter Weise beraubte.

00:40:40: Ja, genau!

00:40:41: Und dieses passt wiederum dann später zu dem Narrativ Büchler sei ein Recher der Armen gewesen einer sozialen Ungerechtigkeit.

00:40:48: was aber in Wirklichkeit totaler Murks ist diese Idee?

00:40:52: Ja,

00:40:52: das bedingt einander ja also die Vorurteile und wie man das wahrgenommen hat über Generation verschleppt und verwässert.

00:41:00: Ja,

00:41:00: denn de facto richtete sich mit seinen vielen jüdischen Opfern ein erheblicher Teil seiner Gewalt gegen eine Minderheit die ohnehin schon diskriminiert wurde und deren Schutz von Teilen der Gesellschaft und Verwaltung offenbar nicht ausreichend ernst genommen wurde.

00:41:15: Taten für die Armen!

00:41:17: Die sucht man zusätzlich in den historischen Quellen vergebens übrigens Die gibt es in der Form nicht.

00:41:25: Es

00:41:25: gibt so Miniaspekte in kleinen Anekdoten und das sind immer Anek-Doten, wo man sagen könnte ... Das war jetzt fast nett!

00:41:33: Aber mehr auch nicht?

00:41:34: Ja also keine milden Gaben, keine Unterstützung der Armen oder irgendwas.

00:41:39: Nein,

00:41:40: nein.

00:41:41: Das scheint eigentlich ziemlich egal gewesen zu sein.

00:41:43: Joa.

00:41:44: Zum Jahreswechsel, eighteenhundert, achtzehnhundert eins Da taucht Johannes Büchler zunächst auf der anderen Rheinseite unter im Taunus, in der Wetterau und auch im Odenwald.

00:41:54: Und begeht dann von dort aus Raubzüge in seinem alten Tätigungs ... Gebiet, nämlich im Hunsrück und der Nordpfalz.

00:42:03: Aber zieht sich immer wieder auf die rechte Reinseite zurück.

00:42:05: Das ist quasi seine Reaktion darauf, dass jetzt hier Behörden konsolidiert durch die Franzosen nun anfangen, ihn ein bisschen organisierter zu verfolgen.

00:42:13: Und nach der Flucht aus Simmern also in der Phase, in der er verstärkt Raubüberfälle begeht und Großflächiger verfolgt wird, da tritt er rechts des Rheins übrigens oft in der Verkleidung eines ehrbaren Bürgersmannes auf.

00:42:25: Linksreinig kostümiert und verkleidet er sich auch immer mal gerne nicht aufzufallen, dann gerne als Jäger.

00:42:31: Und er macht wohl auch rechtsreinig von der Fassade eines deutschen Barons nicht hagelt.

00:42:37: Uneitel war er also sicher nicht und da man ihm den Aufzug abkaufte, wohl auch nicht frei vom schauspielerischem Talent – und einem hängt zur Selbstdarstellung!

00:42:46: Ihr merkt schon das sind kleine Puzzleteile die vielleicht den Eindruck erklären, den spätere Generationen von ihm gehabt haben oder den Nährboden erklären auf dem diese romantisierten Vorstellungen später so gut sprießen konnten.

00:42:59: Wenn wir noch mal einen Blick auf seine Taten werfen ... Die ich wie gesagt hier nur in Beispielen schildere, wollt ihr eine umfassendere Liste?

00:43:07: schaut in die Quellen und in die Literatur.

00:43:09: Ende Mai, eighteenhundert-eins wird nach einem Streit mit Bückler und einigen Kumparen der Mainzer Housa Franz Kleb erschossen – auch hier ist nicht ganz klar wer der Täter is'.

00:43:19: Nach einem Hinweis auf möglicherweise reiche Beute überfallen Bückle und einige Komplizen in der Nacht vom dreißigsten Juni, die Familie des jüdischen Kaufmanns Herzmeier in Ulmet.

00:43:30: Unter der Führung des Schinderhannes rammen die Räuber die Haustür ein.

00:43:34: Herzmeier und seine Frau leisten heftigen Widerstand, werden aber überwältigt.

00:43:38: Die Täter plündern das Haus und misshandeln die Opfer schwer und können mit enormer Beute dann fliehen.

00:43:44: Obwohl Herzmeyer und seine Frauen laut um Hilfe gerufen hatten und sogar die Feuerglocke geleutet wurden, greift niemand ein.

00:43:52: Später wird die Gemeinde Ulmit ebenso wie Hottenbach und Meisenheim.

00:43:56: diese Gemeinden werden zu Schadensersatz verpflichtet Weil niemand geholfen und eingegriffen hat.

00:44:02: Aber das ist ja zumindest schon mal gut, dass es dann ... Das

00:44:05: gar nicht.

00:44:05: Ja.

00:44:06: Im September, ein weiterer schwerer Fall der Überfall auf die Kaufleute Mendel und Moses Löb in Sötern folgt.

00:44:13: Mendel- und Moseslöb sind für die Räuber keine unbekannten Opfer.

00:44:16: Schon in den Jahren zuvor gab es mehrere Anschlägeaufsiege als ... Kaufleute, die halt viel in der Region auch unterwegs waren.

00:44:23: Und in der Nacht vom vierten auf den fünften September, achtzehnt hundert eins greift die Bande an.

00:44:28: Die Räuber gehen hier gezielt vor.

00:44:29: Gegen elf Uhr abends erreicht die Bende Sötern.

00:44:32: Sie Kundschafte zuerst das Haus von außen aus stopft Steine wohl in das Schlüsselloch der Kirche damit die Dorfbewohner nicht alarmiert werden können.

00:44:41: Damit man die Kirche und den Kirchturm nicht betreten und die Glocke läuten kann.

00:44:45: Anschließend versuchen die Räuber, die Tür einzurammen.

00:44:48: Doch das Haus des Kaufmanns Löb ist wegen der früheren Überfälle gut gesichert.

00:44:53: Schließlich brechen sie daher einen Fensterladen auf und steigen darüber ein – dort steht dann Mendel-Löb ihn gegenüber bewaffnet mit einer Axt.

00:45:01: Er schlägt zu, verfehlt aber wohl zunächst und dann schießt einer der Räubers und trifft Mendellöb tödlich.

00:45:08: Die Bande kümmert sich nicht um das Opfer, sie plündert das Haus und nimmt Kleidung und Waren mit.

00:45:12: Den Vorschlag auch das gegenüberliegende Haus von Moses löbt zu überfallen lässt sie feilen weil inzwischen dann doch Dorfbewohner durch den Lärm aufgewacht sind.

00:45:20: Nur wenige Wochen später folgt der nächste Überfall diesmal im Obermoschel Und anders als früherer Aktion endet dieser Überfall für die Bande dann als Fehlschlag.

00:45:29: In der Nacht vom XIII.

00:45:30: auf den XIV.

00:45:31: November, die Räuber das Haus des jüdischen Eisenhändlers Joel Elias an greifen.

00:45:37: Wie bei anderen Überfallen nutzen sie einen Balken als Rambock und brechen die Haustür damit auf.

00:45:42: Elias gelingt in letzter Sekunde die Flucht.

00:45:44: nur mit einem Hemd bekleidet entkommt er durch ein Küchenfenster und läuft direkt zum Friedensrichter Josef Schmidt.

00:45:50: Dort meldet er, was gerade passiert ist.

00:45:53: Und Schmidt, der reagiert sofort, alarmiert die Dorfbewohner und schon kurze Zeit später versammeln sich zahlreiche bewaffnete Bürger vor dem Haus von Elias – doch die Räuber sind da bereits verschwunden und ziehen sich offenbar in einen Schlupfwinkel zurück.

00:46:05: Der Bürgermeister von Obermoschel wird beauftragt, die Bande mit twenty-fünf bis dreißig bewaffneten Männern zu verfolgen und die bekannten Verstecke zu durchsuchen.

00:46:14: Währenddessen nimmt der Friedensrichter den Tatort in Augenschein.

00:46:18: Vor dem Haus findet er den Balken, mit dem die Tür aufgebrochen wurde.

00:46:21: Im Innern zeigt sich das, dass die Räuber das Haus durchsucht haben und das Schreibpult aufgebrochen haben.

00:46:25: Geld- und Silbergegenstände, eine goldene Taschenuhr, eine Pistole und Kleidung gestohlen haben.

00:46:30: Dennoch ist der Überfall aus Sicht der Wande kein großer Erfolg.

00:46:34: Denn Elias konnte entkommen, konnte die Behörden sofort informieren und die Bevölkerung ist nun unmittelbar mobilisiert worden.

00:46:41: Deswegen hat auch der Überfalt in Obermuschel folgen.

00:46:43: Die Behörde beginnen nur deutlich entschlossen dagegen, Bislang waren alle Versuche gescheitert, die Bande um Johannes Bückler Ding festzumachen.

00:46:52: Die Gendarmerie verstärkt ihre Streifen in der Folge.

00:46:55: Am Abend des vierzehnten Januars, die Gewalt von Bücklern und seinen Komplizen einen besonders grausamen Höhepunkt erreicht.

00:47:03: Gegen zwanzig Uhr wird der Müller Adam Kratzmann durch das Bellen seines Hundes geweckt und als er nachsieht trifft er auf fünf bewaffnete Räuber.

00:47:11: Sie überwältigen ihn, fesseln ihn und werfen auch seine Frau und seine Schwiegermutter zu Boden.

00:47:16: Die Täter wollen Geld und Kratzmanns Frau händigt ihnen Geld aus.

00:47:21: aber die Räuber haben viel mehr erwartet und deswegen eskaliert diese Situation.

00:47:26: Nun versuchen die Röber durch Volter herauszufinden wo weiteres Geld liegt.

00:47:30: Die Kratzwanz-Schwiegermeister wird brennender Zunder an den Gaumen gebunden.

00:47:35: später halten die Täter ihr eine brennde Kerze unter den Armen so dass sie schwere Verbrennungen erleidet Und bevor die Räuber fliehen, bedrohen sie die Familie.

00:47:44: Wenn Sie die Tat anzeigen, werde man zurückkommen und die Mühle

00:47:47: anzünden.".

00:47:48: Und tatsächlich schweigt der Müller die ersten Stunden lang!

00:47:52: Aber der Überfall hat sich herumgesprochen ... Und der zuständige Friedensrichter in Meisenheim wird informiert und als Jean-Dame an der Mühle eintreffen, redet Adam Kratzmann schließlich dann doch.

00:48:19: Der Druck auf Büchler und seine Mittäter wächst so, wenn es auch zunächst nicht gelingt ihn zu erwischen.

00:48:28: Dann hat das fast schon was Fiktionales.

00:48:30: Ende März, den Schinder Hannes aufzuspüren und zu verraten egal ob tot oder lebendig, aber eindeutig identifizierbar muss er sein gegen eine Belohnung von fünfzig Louis Dordinon als Kopfgeld ausgeschrieben werden.

00:48:51: Am einunddreißigsten fünften, eighteenhundertzwei, werden dann Johannes Bückler und einige seiner Komplizen schließlich bei Wolfenhausen im Tarnlos festgenommen, da er sich mit einer falschen Identität tarnt, dauert es allerdings ein paar Tage, ehe den Behörden klar wird, wen sie da überhaupt festgenommen haben.

00:49:07: Daraufhin wird Bückler in Ketten zunächst nach Frankfurt gebracht, wo er am elften Juni eintrifft.

00:49:13: Und die Nachricht von seiner Festnahme verbreitet sich schnell und man entscheidet sich dann dazu ihn an die Franzosen auszuliefern.

00:49:21: Am sechzehnten Juni, achtzehn oder zwei überstellt man ihnen an die französischen Behörden nach Mainz.

00:49:26: Das dortige Spezialgericht ist damit beauftragt, die Verbrechen von Bücklar und seinen Kumpanen also der sogenannten Schinderhandelsbande zu verhandeln Und seit seiner Flucht aus Simmern bis jetzt, hatte er insgesamt über siebzig Straftaten begangen.

00:49:42: Insgesamt sind es noch deutlich mehr.

00:49:45: Noch am Tag seiner Ankunft in Mainz beginnen die Verhöre für Johannes Büchler durch den Untersuchungsrichter Wilhelm Werner.

00:49:53: Es sollten insgesamt fifty-fünfzig Verhöhre werden.

00:49:56: Parallel dazu werden auch andere festgenommene Bandmitglieder und zahlreiche Zeugen vernommen.

00:50:01: Büchler gibt in den Verhören bereitwillig Auskunft über seine Komplizen.

00:50:06: Er gesteht auch auf breiter Front, er bemüht sich aber immer seine eigene Beteiligung an den Verbrechen die er gestehte so klein wie möglich zu spielen.

00:50:16: Er wird gewusst haben dass auf einige seiner Verbreche oder auf die verbrechnen an denen er zumindest beteiligt war die Todesstrafe stand.

00:50:24: Immerhin geht es ja auch um eine Mitheterschaft an diversen vorsätzlichen Tötungen Und seine Versuche der Verharmlosung, die gelingen ihm dann auch nur begrenzt.

00:50:35: Der Untersuchungsrichter Werner konfrontiert ihn immer wieder mit den Aussagen anderer beteilig da und deckt dadurch Widersprüche auf.

00:50:43: Juliana Blasius, wir erinnern uns, die aktuelle Partnerin von Büchler ist ebenfalls festgenommen und inhaftiert worden in Mainz und bringt dort am ersten Oktober, sie war nämlich Schwanger ein gemeinsamen Sohn, der später Franz Wilhelm genannt wird zur Welt.

00:50:59: Am vierundzwanzigsten Oktober, eighteenhundertdrei, sechzehn Monate nach seiner Verhaftung beginnt für Johannes Bückler und seine mitangeklagten schließlich im kurfürstlichen Schloss von Mainz der öffentliche Prozess.

00:51:11: Das handelt sich natürlich auch um eine öffentlichkeitswirksame politische Aktion.

00:51:17: Den Vorsitz des Prozesses führt Andreas Georg Friedrich Rebmann.

00:51:20: die öffentliche Anklage führt Regierungskommissar Tisso.

00:51:24: Dieser hat Regeln erlassen, um den erwarteten Besucheransturm zu händeln.

00:51:29: Kinder sind nicht zugelassen und es gibt einige Plätze für Beamte, Auswärtige Besucher und bestimmte Zuschauer, die quasi reserviert werden.

00:51:36: Achtundsechzig Personen sind insgesamt angeklagt.

00:51:39: Manche erleben allerdings den Tag des Prozessstaats nicht mehr, weil sie bereits enderhaft verstorben sind.

00:51:45: Zu Beginn wird dann die Anklageschrift verlesen erst auf Französisch Und die umfangreichen Voruntersuchungsakt, man hatte jetzt ja monatelang Zeit gehabt.

00:51:57: Die stützendes Verfahren über zweihunderte Likte werden Johannes Bückler und seinen Kumparen zur Last gelegt.

00:52:03: insgesamt.

00:52:05: Ebenfalls zu Beginn des Prozesses wendet der mittlerweile auch nach eigenen Angaben zwei-undzwanzigjährige Johannes Bückler sich aufgesetzt von seinem Verteidiger Philipp Heinrich Hadamard mit einem Gnadengesuch an den ersten Konsul Frankreichs Napoleon.

00:52:22: Denn Wilhelm Werner, der Untersuchungsrichter hatte Johannes Büchler bei Kooperation diese Option versprochen.

00:52:29: Und Büchle zeigt sich er offenbar geständig und deswegen darf er das tun?

00:52:33: Er darf quasi um Gnade bitten!

00:52:35: Die Möglichkeit auf eine Begnadigung war erst in den Französischen Rechten, während der französische Revolution abgeschafft wurde.

00:52:44: In seinem Gnadengesuch gesteht Büchlet an seine Taten betont aber nie absichtlich Menschenblutvergossen zu haben.

00:52:50: Passend zur zeitgenössischen aufklärerischen Denkweise hätten die sozialen Umstände und seine Erziehung ihn zudem gemacht, der er sei.

00:52:58: Zudem bietet er sich Napoleon an als breitwilligen Soldaten.

00:53:04: Sein Tod könne doch so viel sinnvoller quasi in Kauf genommen werden einer besseren Sache

00:53:10: dienen.".

00:53:12: Zurück zum Prozess, wir lassen das mal so stehen.

00:53:15: Vor Gericht werden dann hundertdreißig Zeugenden für die Anklage, zweihundertzwei für die Verteidigung gehört und nach den Aussagen werden die Strafmaße durch die An Klage beantragt.

00:53:25: Danach äußern sich die Varteidiger und schließlich berät das Gericht.

00:53:30: Die Richter in Mainz erleben Bückler während seiner langen Gefangenschaft als roh wild aufbrausend und ohne moralische Grundsätze.

00:53:38: Selbst im Prozess soll er noch Zeugen bedroht haben, wenn diese schlecht über seinen Vater oder seine Partnerin reden.

00:53:45: Vielleicht noch hier an der Stelle, sein Vater ist auch festgenommen worden mit Vorgericht.

00:53:51: Bemerkenswert ist insgesamt das Bückler sich selbst offenbar trotzdem für einen Mann von Ehre hält?

00:53:58: Ein Journalist, der die Hauptverhandlung besucht, berichtet genau davon.

00:54:01: Als Büchler erfährt, dass ein Künstler ihn porträtieren will, reagiert er sinngemäß.

00:54:06: Er habe ein ehrliches Gesicht, das er nicht verstecken bräuchte.

00:54:09: und wer sich fürchte, der solle sich jetzt eben umdrehen.

00:54:13: Diese Vorstellung von Ehrlichkeit wirkt ja aus heutiger Sicht zu ziemlich absurd.

00:54:18: Denn im Prozess zeigt sich immer deutlicher mit welcher Brutalität und Skrupellosigkeit viele der Taten verbunden sind.

00:54:26: Büchler verschweigt zunächst mehrere besonders gewaltsame Details und Überfälle, darunter Tat mit schweren Misshandlungen und Folter von Opfern.

00:54:34: Und erst durch die Gegenaussagen wird er da man konfrontiert.

00:54:38: Schon kurz nach seiner Ankunft in Mainz im Juni-Achzehnhundert zwei war zum Beispiel auch ein Flugblatt veröffentlicht worden der es nochmal klar macht er sei kein großmütiger Räuber.

00:54:48: viel mehr habe er sich Taten zu Schulden kommen lassen die auf einen heimtückischen und blutgierigen Charakter hindeuten.

00:54:54: aber klar Keep in mind.

00:54:55: Natürlich wird er hier auch als politisches Instrument genutzt, das darf man nicht vergessen.

00:55:01: Also die übertreiben schon auch in die eine Richtung.

00:55:03: nichtsdestotrotz ist der kein netter Mensch in der Form.

00:55:07: Es fällt ja auch schon auf was dass alleine für ein riesiger Prozess ist an dieser Stelle also.

00:55:12: das war schon auch wirksam inszeniert.

00:55:14: natürlich und das will ich auch nicht klein reden Ich will nur auch deutlich machen dass diese Verklärung seiner Taten, das waren brutalste Taten.

00:55:24: Wo Kinder und Frauen involviert waren, wo unschuldige Opfer schwer misshandelt wurden oder erpresst wurden mit vorgehaltenen Waffen und mit zugeführten Wunden umgehen mussten.

00:55:36: Das war jetzt hier nicht eine edle Robinhood-Tat?

00:55:38: Das eine schließt das andere ja auch nicht aus.

00:55:41: Außerdem ist es sogar noch eine Befeuerung der späteren Verklärungen.

00:55:45: wenn das die ungeliebten Besatzen quasi so ausnutzen.

00:55:48: Nach rund vier Wochen verkündet dann Richter Rehbmann am zwanzigsten November, die Urteile.

00:55:54: Zwanzig Angeklagte werden zum Tode verurteilt.

00:55:57: Vierundzwanzig weitere erhalten teils langjährige Freiheitsstrafen.

00:56:01: Darunter übrigens auch Johannes Bücklers Vater.

00:56:04: Die Übrigen werden freigesprochen.

00:56:06: Die Urteilen müssen allerdings und auch Todesurteile innerhalb von vierzehn Stunden vollstreckt werden.

00:56:12: Das nummer hier als Info ... übrigens Juliana Blasius, die wird zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt.

00:56:18: Wohl auch nur deswegen so kurz weil Johannes Büchler und das ist vielleicht wirklich das einzige Gnette was er in seinem Leben getan hat.

00:56:26: Er hat sie immer sehr stark entlastet in den Aussagen und sie ihren Schutz genommen.

00:56:30: Das kann man wohl schon zusammenfassen.

00:56:34: Und ihr erinnert euch ja vielleicht an das Genadengesuch an Napoleon.

00:56:37: Zeitweise dachte man sogar in der Forschung, dass es dieses Gnadengesuch nie bis nach Paris geschafft habe und das man ihn hat eine Nase rumgeführt.

00:56:46: Und ist es vielleicht sogar eine Anklage finte gewesen sei um ihn zu Kooperationen zu zwingen?

00:56:51: Doch tatsächlich mittlerweile weiß man, es gibt im Nationalarchiv in Paris Registereinträge die belegen, nach Erstellung in der französischen Hauptstadt eintraf.

00:57:03: Ebenso ist es in diesen Eindringen festgehalten, dass das Gesuch nach Befassung durch Justizminister und Napoleon am XXIII.

00:57:11: November abgelähnt wurde – worüber wiederum Zeitner die Behörden in Mainz informiert wurden.

00:57:18: Allerdings wenn ihr aufgepasst habt, sind Johannes Bückler und seiner neunzehn mitangeklagten schon bereits tot.

00:57:26: Man musste innerhalb von vierundzwanzig Stunden die Todesurteile vollstrecken, am zwanzigsten ergingen die Urteile.

00:57:32: Was ist hier passiert?

00:57:33: Administrative Verwirrungen ... Es ist aber wohl so, dass die Chance auf eine Begnadigung jedoch nie wirklich bestanden hat – insofern als das das Gnadengesuch des Schinderhandels schon im Vorfeld in der Vorbesprechung Anfang November durch den Zugständigen Kommissar als ablehnungswürdig eingestuft worden war.

00:57:52: Und dass quasi diese offizielle Entscheidung nur noch ... Formalität.

00:57:56: Die eigentliche Entscheidung war längst Anfang November gefallen?

00:57:59: Ja,

00:57:59: man hätte es vielleicht geschickterweise ein bisschen zurückdatieren sollen.

00:58:02: Dennoch ist das total interessant und ziemlich sicher die Mainzer Behörden die Hinrichtung vollzogen ohne das Offiziell zumindest zu wissen.

00:58:12: Jetzt ist die Frage, war das wirklich so oder hatten sie über andere Wege, die uns heute nicht erhalten sind davon erfahren?

00:58:18: Oder haben Sie sich darüber hinweg gesetzt weil sie ihn eh hinrichteten?

00:58:22: das ist zumindest eine offene Frage in dem Ganzen.

00:58:25: Wie schon erwähnt, nur einen Tag nach der Urteilsverkindung werden Johannes Büchler und durch die Guillotine hingerichtet.

00:58:42: Das Ganze dauert wohl nur sechsundzwanzig Minuten und trotz aller Vorwürfe und grausamen Detail ist, wie der Prozess offenlegt erreicht Bücklers Verehrung gerade jetzt einen ersten Höhepunkt zu der Hinrichtungsströmung.

00:58:55: wohl zehntausende Menschen manchmal liest man von dreißig bis vierzigtausend darunter wohl auch Menschen die Bückler als Helden verklären.

00:59:05: Offenbar scheint vor allem das bürgerliche Lesepublikum hier sehr anfällig gewesen zu sein.

00:59:11: Für Sie steht der Schinderhandels in einer Reihe mit Schillers Räubern, die Grenze zwischen Aktenlage und Abenteuerdichtung verschwimmt ziemlich offensichtlich?

00:59:21: Also ich nehme ja mal an, dass waren keine direkt betroffenen Opfer oder Leute, die die Opfer kannten.

00:59:26: Ist es denn im Zusammenhang zusehen mit der französischen Besatzung ... Oder wie kommt das also mit der Tatsache, dass die damit nicht zufrieden waren.

00:59:37: Weil ... Ansonsten leuchtet mir jetzt nicht ein, wieso sie ihn so verklären.

00:59:41: Der hätte im Zweifeljahr auch Sie überfallen.

00:59:43: Die

00:59:43: französischen Besatzer haben ihn natürlich erklärt, weil sie ihn überhört haben, um ihn als Antagonisten etablieren zu können.

00:59:50: und das ist dann eine Reaktion gab von denen, die eh schon vielleicht Probleme mit den französischen Besatzern hatten?

00:59:58: Ja!

00:59:59: kann, finde ich auch naheliegend.

01:00:01: Es gibt jetzt hier nicht den einen monokausalen Punkt.

01:00:04: Das war vielleicht dann halt auch eine Zeit, wo wie wir wissen dazu gleich noch ein bisschen mehr diese erste Räuber-Dichtung ... Dieses Narrativ hat ja so ne erste Hochfaser und deswegen passte das ganz gut zum Zeitgeist.

01:00:18: Und da war einem dann nicht so wichtig ob das zum de facto geschehen passte zur Realität passte weil es passte zu dieser Legende die man reizvoll fand.

01:00:27: in der Literatur.

01:00:29: Unmittelbar nach der Hinrichtung geschieht dann auch etwas, was so ein bisschen ... Wir haben es schon öfter in unserem Podcast gehabt.

01:00:35: Aber vielleicht auf die meisten wirkt das etwas verstörendes.

01:00:38: Es geht hier um anatomische Versuche.

01:00:40: Nämlich der Mainzer Anatom Jakob Fidelis Ackermann, der führt im Auftrag meinser medizinischen Gesellschaft galvanische Experimente an den Leichen durch.

01:00:49: D.h.,

01:00:49: die Körper der Hingerichteten werden unmittelbar Benutzt, muss man sagen.

01:00:57: Aber dazu später noch mehr.

01:00:59: Juliana Blasius, die verbüßt dann auch ihre Strafe später im Belgischen Gent und arbeitet danach zunächst bei der Pflegefamilie in Mainz, in der ihr Sohn aufgenommen worden war.

01:01:09: Und später würde sie wieder in ihre Heimat zurückkehren und auch noch recht alt werden.

01:01:14: aber so viel nur am Rande.

01:01:16: Was für uns heute ein Glücksfall ist ... Das hab ich ja schon gesagt sind die noch erhaltenen Ermittlungsakten aus Mainz.

01:01:22: Ja, zweihundert Elf erwähnten Delikten, die dort drin sind.

01:01:28: Die auch angeklagt wurden einen ganz guten Überblick bieten.

01:01:31: Aber auch hier ist vermutlich eine große Lücke.

01:01:33: Da ist nicht alles drin.

01:01:34: Ich hab schon gesagt, nicht alle wurde zur Anzeige gebracht.

01:01:37: Diese Delikte umfassen neunzig Deepsteele, einundsebzig Raubüberfälle, fünfunddreißig Erpressungen und neun Morde.

01:01:44: Und dann kommen wir vielleicht noch zu einer offenen Frage nämlich wie wurde aus dem historischen Räuber?

01:01:50: Eine Legende!

01:01:52: Denn Johannes Büchler ist als Schinderhandes bis heute eine der bekanntesten Figuren der deutschen Räubergeschichte.

01:01:57: Sein Name ist fest im kollektiven Gedächtnis in einer Pop-Kultur verankert, immer wieder wurde über ihn geforscht, geschrieben, erzählt, gedichtet und diskutiert.

01:02:07: Aber genau hier beginnt auch ein Problem.

01:02:08: Er ist eine Figur die über mehr als zwei Jahrhunderte immer wieder neu erfunden wurde muss man schon sagen.

01:02:15: Um eighteen Hundert habe ich eben schon beschrieben setzte eine romantisierende Sicht auf Räubersbanden ein.

01:02:21: In früheren Jahrhunderten waren Räuber vor allem als gefährliche Verbrecher dargestellt worden, als abschreckende Beispiele für moralischen Verfall und kriminelle Bedrohung.

01:02:30: Doch an der Wende vom XVIII.

01:02:32: zum XIX.

01:02:32: Jahrhundert ändert sich dieser Blick v.a.

01:02:35: auch in der Literatur.

01:02:36: Der Räuber wird da zum edlen Schillernden ja ... Als im Außenseiter vielleicht sogar zu jemandem, der sich gegen eine ungerechte Gesellschaft stellt.

01:02:45: und genau dieses Motiv Das wird dann später auch auf den Schinder Hannes übertragen.

01:02:50: Er wird zu jemandem, der angeblich armer schützt und recht wiedergutmacht reiche Bestraft soziale und politische Missstände

01:02:57: anprangert.".

01:02:59: Und Johannes Bückler?

01:03:00: Wir haben es ja schon gesagt zu einer Art deutschen Robin Hood.

01:03:03: nur historisch ... Ich denke, das sollte klar geworden sein.

01:03:06: Lässt sich dieses Bild überhaupt nicht halten?

01:03:08: Viele der Geschichten die den Schinderhandels großzügig gerecht, humorvoll tapfer und besonders ritterlich erscheinen lassen sind aus den Quellen überhaupt nicht belegbar.

01:03:17: Der historische Schinderhannes ist kein nachweisbarer Sozialrebell.

01:03:22: Trotzdem wurde seine Figur im neunzehnundzwanzigsten Jahrhundert immer wieder umgedeutet Mal als Recher der Armen, mal als politischer Rebel gegen die französische Herrschaft in den Rheinlanden.

01:03:32: Mal als deutscher Freiheitskämpfer!

01:03:35: Die französe Regierung und das Mainzer Gericht treten den vielen Sagen- und Anekdoten- und Erfundengeschichten auch offenbar nicht konsequent genug entgegen – und Fake News und Mythen werden nicht entzaubert.

01:03:49: Schon während Bücklers Haft erscheinen nämlich fiktive Biografien.

01:03:52: Denn lukrativ ist es, ja, adaptieren und das übernehmen ... Und das berichten über seine Geschichte halt auch, denn das Publikum verschlingt diese Geschichten.

01:04:02: Die sind dann halt umso wirkmächtiger nach der Hinrichtung des Schinderhandels und seiner Bande, seiner vermeintlichen Bande im November, die schon erwähnten aktenmäßigen Geschichten, hier ist wichtig, Geschichten.

01:04:17: Auch hier sind zwar Fakten drin, aber sie werden ganz klar mit Gerüchten, mit Ausschmückungen miteinander vermischt.

01:04:24: Danach lässt das Interesse so ein bisschen erst mal nach, aber im Umfeld des deutsch-französischen Krieges von SIPTZIG, also aus dem Jahr eighteenhundertseventeinundsiebzig rückt der Schinderhandels als Narrativ, als Top-Hors und sein Mythos wieder stärker in den Blick.

01:04:39: Später an der Wende zum zwanzigsten Jahrhundert verbreiten dann Groschenromane, den Mythos in Fortsetzungen weiter quer durch soziale Schichten und besonders beliebt unter Jugendlichen.

01:04:49: Und Johannes Bückler wird halt hier ... Das passt natürlich zu dem, was er in seiner Zeit erlebt hat für politische Umschwünge- und Umbrüche und Mächte.

01:04:57: Er wird jetzt hier so eine antifranzösischen Symbolfigur.

01:05:00: Ja!

01:05:00: Das passt perfekt in den Zeitgeist.

01:05:03: Ein Beispiel ist hierfür auch ... Etwas später, klarer Fibix-Roman unter dem Freiheitsbaum aus dem Jahr neunzehnundzwanzig.

01:05:12: Darin erscheint Schinderhandes im Zusammenhang mit Widerstand gegen die französische Herrschaft.

01:05:17: auch andere Autoren machen aus ihm einen reinischen Rebellen.

01:05:21: Spannend ist der Umgang von Karl Zugmeier mit der Figur in einem früheren Werk Anfang der zwanziger Jahre.

01:05:28: Da gestaltet er Johannes Büchler noch deutlich brutal als vermeintlichen Psychopathen und stellt sich damit erst mal gegen eine Verehrung als deutschen Nationalhelden, doch nur wenige Jahre später ändert sich das.

01:05:41: Und in Zugmayers Bühnenstück von nineteenhundertundzwanzig wird ein Schinderhandes deutlich positiver gezeichnet – als recher erlittenden Unrechts, als heldenhafte Figur.

01:05:51: Und auch diese Version trägt natürlich zur Mythos-Bildung bei.

01:05:55: Dann gibt es dann den Film und die Filmadaption.

01:05:59: In der Version erscheint Schinderhans vor dem Hintergrund von Wirtschaftskrise und Massenarmut in der Weimarer Republik als Rebell vom Rhein, als Kämpfer gegen soziale Ungerechtigkeit.

01:06:12: Dann gibts noch eine Verfilmung von ... Der weniger die Politik als vielmehr die Romantik in den Mittelpunkt stellt.

01:06:25: Die Liebesgeschichte zwischen Schinderhandes und Julchen gespielt von Kurt Hürgens und Maria Schell, um die hier kurz vielleicht auch mal zu entzaubern – er hatte wohl auch was mit ihrer Schwester nur am Rande!

01:06:36: Auch später bleibt dann die Figur des Schinderhannes sehr wandelbar.

01:06:40: In den neunzehn-sebziger Jahren wird das Räubermotiv erneut genutzt, um soziale und politische Missstände der Gegenwart zu kritisieren.

01:06:46: Na ja, und heute ... Heute ist Jinderhandes nicht nur eine historische Figur.

01:06:52: Sondern auch eine Marke.

01:06:54: Sein Name wird für regionale Produkte, für Tourismus, Hotels, Restaurants, Lebensmittel und vieles mehr verwendet.

01:07:01: Und aus dem Räuber ist ein Werbeträger geworden.

01:07:04: Er ist somit eine klassische Projektionsfläche.

01:07:09: Dann vielleicht als Rausschmeißer dieser heutigen Folge einen kleiner Blick was mit seinem Körper geschah?

01:07:15: Denn es gibt noch ein letztes Kapitel, eines das fast klingt.

01:07:18: Es stammelt aus einem Kriminal-Roman.

01:07:20: Es spielt mehr als zweihundertundzwanzig Jahre nach seinem Tod in einer anatomischen Sammlung.

01:07:25: Denn seit Anfang des neunzehn Jahrhunderts befinden sich nämlich in Heidelberg zwei Skelette.

01:07:31: Sie werden zwei berühmten Namen zugeordnet, nämlich Schinder Hannes und Schwarzer Jonas.

01:07:36: Beide sterben bei der Urteilsvollstreckung in Mainz, also der schwarze Jonas ist einer von den Mitangeklagten.

01:07:42: Und ich hab's ja schon erwähnt.

01:07:44: Schon wenige Minuten nach der Hinrichtung gibt es diese Experimente an den Hingerichteten.

01:07:49: und als dann der Anatom ... Ja, Kopp, wie die des Ackermann-Mains verlässt das medizinische Institut in Mainzz und nach Heidelberg berufen wird als erster Lehrstuhl-Enhaber für Anatomie und Physiologie.

01:08:01: An der Uni Heidelberger nimmt er dies Gelette mit an den Neckar.

01:08:05: Und sie werden Teil der dortigen anatomischen Sammlung.

01:08:09: und auf den ersten Blick scheint jahrhundertelang die Sache klar, ein Skelett trägt den Namen Schinderhandes das andere den Namen schwarzer Jonas auch wenn es schon früh Skepsis gibt denn diese Skelette passen rein anatomisch nicht ganz zu den Beschreibungen der Verstorbenen und einen Kopf geht auch irgendwann verloren.

01:08:26: Das ist für uns aber Irrelevant.

01:08:28: ihr werdet gleich verstehen, warum.

01:08:29: Denn wie sich im Jahr ist, dass es in der Heidelberger Anatomie zu einer Verwechslung der Sammlungsnummern stimmt, stimmt diese Zuordnung offenbar nicht.

01:08:35: Irgendwann zu Beginn des neunzehnten Jahrhunderts kommt es zu einer ... Verwechslung der Sammlungsnummeren in der Anatomie wahrscheinlich unter Akamans Nachfolger und das Gelädt, das lange als das Schinder Hannes galt, ist in Wirklichkeit nicht das von Johannes Bückler.

01:08:53: Denn?

01:08:55: Kein internationales Forschungsteam aufklären.

01:08:58: Sie untersuchen dafür, das Team untersucht dafür beide vermeintlichen Skelette von Schinderhandels und dem Schwarzen Jonas.

01:09:04: Anthropologisch, radiologisch chemisch-genetisch prüfen auf Alter geschlecht machen auch eine Esotopenanalyse.

01:09:11: also sie machen quasi alles was man nur machen kann und finden tatsächlich bei dem vermeintlichem Skelett des schwarzen Jonas Übereinstimmungen mit einer langen Lebenszeit im Hund zurück.

01:09:23: Das passt aber auf die historische Figur des Schwarzen Jonas überhaupt nicht.

01:09:26: Der hat dort gar nicht so viel Zeit verbracht!

01:09:29: Dann kommt ein entscheidender Durchbruch, nämlich mittels DNA.

01:09:32: Ein Abgleich mit einem heute noch lebenden Nachkommen des Schinder Hannes.

01:09:36: Grüße gehen raus und eine Analyse von DNA aus den Knochenzelkern macht klar... Das Skelett des vermeintlichen Schwarzen Jonas ist in Wirklichkeit das Skelett von Johannes Bückler, alias Schinderhandels.

01:09:49: Die Untersuchungen liefen aber noch mehr Information über das Aussehen zum Beispiel des Schinderhannes.

01:09:54: Nun lässt sich sagen, Johannes Büccler hatte wahrscheinlich braune Augen, dunkle Haare und ein eher blassender

01:10:00: ... Spannend!

01:10:02: Ja so... Und was machen wir nun mit all dem?

01:10:06: Was wir heute hier gehört haben für mich?

01:10:09: Ich weiß, ich bin gespannt wie du das siehst.

01:10:11: Aber es ist einfach klar der historische Johannes Büchler Schinderhanes ist nachweisbar kein Robin Hood gewesen.

01:10:18: Das ist eine Verklärung späterer Zeit.

01:10:21: Er hat teils brutale Verbrechen begangen die auch als solche zu werten sind.

01:10:25: er hat sich Opfer gesucht die teils marginalisiert waren Die man viel stärker noch beleuchten müsste und auch die Zustände unter denen Sie lebten.

01:10:36: Und die eigentliche Faszination ist vielleicht ja gar nicht das, was er wirklich getan hat.

01:10:41: Sondern wie spätere Generationen damit umgegangen sind und auch wie historische Realitäten so verklärt wurden.

01:10:50: im

01:10:50: Nachhinein?

01:10:51: Ja genau also erst mal vielen Dank für diese wirklich superinteressante Folge!

01:10:55: Also ich hoffe euch hat das genauso gut gefallen als mir.

01:10:59: Für mich ist es auch tatsächlich dass was am deutlichsten wird in dieser Geschichte dass eben durch die Verklärung so viel umgedeutet wird.

01:11:07: Im Laufe der Jahrhunderte, das geht ja eigentlich bei fast all diesen Räubergeschichten genau so weiter oder ist davor passiert, nachdem wann diese Räuberschichten aufkam?

01:11:19: Aber gerade in dieser Zeit ist es ermerkant und wie dieses Symbol des edlen Räubers anfängt dann also eine Rolle zu spielen im XVIII.

01:11:29: und XIX.

01:11:30: Jahrhundert vor allem ... Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts.

01:11:34: Und das ja tatsächlich auch nicht nur in Deutschland, aber dazu kommen wir bestimmt an anderen Punkten nochmal.

01:11:39: Auf jeden Fall hoch interessant wie es zusammen hängt mit dieser französischen Verwaltung im Gebiet und wie die dazu beigetragen hat dieses Symbol erst zu erschaffen.

01:11:53: also das war mir auch nicht klar und das finde ich hoch spannend Erklärt ja tatsächlich total viel.

01:11:59: Man darf sich ja schon fragen, wie so ein Räuber und so einen Verbrecher eine Popularität erlangt noch in der Zeit, in der die Verbrechen passiert sind?

01:12:07: Und du sattest ja das war ja schon im Grunde im zugesangener Hinrichtung zu.

01:12:11: Das finde ich schon sehr spannend weil Ja, das erschließt sich ja nicht sofort.

01:12:15: Aber wenn man das natürlich in Kombination hört mit den politischen Zuständen der Zeit dann ist es gleich viel einleuchtender.

01:12:23: und natürlich was du auch sagtest nur diese Angriffe auf marginalisierte Gruppen hier vor allem die jüdischen Menschen Die auch dem Rest der Bevölkerung vielleicht sowieso schon Dorn im Auge waren oder immer mit einer gewissen Skepsis irgendwie ansahm wo man es dann vielleicht auch ganz okay fand, wenn die ausgerobt wurden.

01:12:40: Dann schließlich hatten sie eh viel zuviel und das war gar nicht gerecht.

01:12:44: Und heutzutage wissen ja die Menschen wahrscheinlich kaum noch, dass es eben ursprünglich mal so ein Verbrecher war oder eine Verbrecherzusammenstellung, wenn auch nicht unbedingt eine Bande, die wirklich schreckliche Taten begangen hat.

01:13:00: Denn oftmals ist es ja mit diesen lokalen Legenden ... Oder überhaupt mit diesen Legenden so lokal ist das ja mit dem Schinderhandel gar

01:13:06: nicht.

01:13:07: Wie gesagt, mich erinnerte das Ganze auch sehr stark an die Jesse James-Folgen oder an die Jessie James Geschichte.

01:13:12: Denn es ist ja sehr ähnlich mit dem politischen Hintergrund ... Mhm.

01:13:16: Mit diesem Übersehen der wirklich schrecklichen Straftaten, der Morde, der Gewalt an den Menschen und dieser Verklärung, die dann stattfindet.

01:13:26: Und vor allem stattfindend je weiter das natürlich auch voranschreitet also die Zeit voranscheidet Und dass heutzutage eben das Bild auch immer wieder reproduziert wird von diesem edlen Verbrecher oder diesem edelen Recher der Enterden.

01:13:41: Ja, das war hochgradig spannend!

01:13:43: Vielen vielen Dank dafür!

01:13:45: Sehr gerne!

01:13:46: Weißt du denn schon wohin Du uns entführst in der nächsten Folge?

01:13:49: Ja, da weiß ich schon... Ich bin schon ganz gespannt was Ihr sagt und zwar geht es nächstes Mal nach Irland, nach Dublin wo wir uns einer Locked Door Mystery widmen oder zumindest einer, die zunächst so aussieht.

01:14:06: Da bin

01:14:06: ich schon sehr gespannt, da sind wir ja nicht so oft in Erlangen?

01:14:08: Nee eben!

01:14:09: Ich glaube das ist erstes zweite Mal wenn mich nicht alles täuscht und vielleicht noch so als Hinweis am Ende.

01:14:15: Die nächste Folge kommt dann wieder ganz regulär in zwei Wochen Nur damit ihr euch schon darauf einstellen könnt, jetzt geht der Rhythmus so weiter wie er ursprünglich geplant war.

01:14:23: Genau!

01:14:23: Wir klopfen auf Heuls ne?

01:14:24: Aber

01:14:24: hallo!

01:14:25: Bis dahin freuen wir uns sehr, sind sehr gespannt was ihr uns als Feedback da lasst und hören wir uns wieder in zwei Wochen bei früher über mehr Verbrechen.

01:14:33: Eure historischen True Crime Podcast.